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Scrum

Scrum.org oder Scrum Alliance - Vergleich der Scrum Master Zertifizierungen

scrum.org oder Scrum Alliance? Kosten, Prüfungsformat und Gültigkeit der beiden Scrum-Master-Zertifizierungen im direkten Vergleich.

Scrum Master, Product Owner und Agile Coach gehören zu den gefragtesten Rollen in agil arbeitenden Organisationen – und für viele Stellen ist eine Scrum Master Zertifizierung die Mindestvoraussetzung. Bleibt die Frage, welche. In diesem Beitrag vergleichen wir die beiden Platzhirsche scrum.org und Scrum Alliance: Kosten, Prüfung, Gültigkeit und für wen sich welcher Weg eignet.

Der offizielle Scrum-Leitfaden, der Scrum Guide, kommt mit gerade einmal 19 Seiten aus. Da ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Workshops zur Scrum Master Zertifizierung nicht länger als zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Damit sind wir auch schon bei der ersten Gemeinsamkeit der beiden Anbieter: Beide Workshops nehmen in der Regel zwei bis drei Workshoptage in Anspruch, an deren Ende der Onlinetest zum Professional Scrum Master™ (PSM I) von scrum.org bzw. zum Certified ScrumMaster® (CSM®) von der Scrum Alliance steht.

Doch worin unterscheiden sich die Scrum Master Workshops, die Scrum Master Prüfungen und die Scrum Master Zertifikate? Hinter beiden Organisationen stehen Mitbegründer von Scrum: Ken Schwaber gründete 2009 scrum.org, nachdem er die Scrum Alliance, die er 2002 mit aufgebaut hatte, verlassen hatte. Jeff Sutherland ist gemeinsam mit Schwaber Mitautor des Scrum Guide.

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scrum.org vs Scrum Alliance

Der Fokus der beiden Anbieter unterscheidet sich deutlich. Mit der Vision

„A world in which all software developers love their work, and their customers love working with them.“

stellt sich scrum.org eindeutig in Richtung Softwareentwicklung auf. Der Fokus liegt also da, wo Scrum seine Ursprünge hat: in der IT-Entwicklung.


Die Vision

„Transform the World of Work“

der Scrum Alliance lässt deutlich mehr Spielraum zu und ist bewusst nicht auf eine Branche spezialisiert, sondern sieht Scrum als ein Rahmenwerk, das branchenunabhängig einsetzbar ist.

Der Fokus der beiden Scrum-Organisationen färbt nach meiner Erfahrung allerdings nicht oder nur wenig auf den Inhalt eines Zertifizierungsworkshops ab. Beide nutzen den Scrum Guide als Quelle und bereiten auf die jeweilige Prüfung vor. Der zeitliche Puffer für Beispiele in- oder außerhalb der IT ist begrenzt.

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Kosten für den Scrum Master Workshop

Bei den Kosten unterscheiden sich die beiden Wege grundlegend – und zwar nicht nur im Preis, sondern in der Struktur.

scrum.org: Ein Training ist empfohlen, aber nicht verpflichtend. Die Prüfungsgebühr für den PSM I liegt bei 200 US-Dollar und beinhaltet einen Prüfungsversuch. Wer sich zutraut, den Scrum Guide im Selbststudium durchzuarbeiten, kann die Prüfung theoretisch ohne Training ablegen. Zweitägige Vorbereitungsworkshops liegen je nach Anbieter zwischen 1.200 und 1.600 Euro, die Prüfungsgebühr ist dabei meist enthalten.

Scrum Alliance: Hier ist ein Präsenztraining bei einem lizenzierten Trainer Pflicht, erst danach darf die Prüfung abgelegt werden. Die Kurse kosten je nach Anbieter und Standort zwischen 1.200 und 2.000 Euro, die Prüfungsgebühr ist im Preis enthalten.

Der entscheidende Unterschied liegt danach. Das CSM-Zertifikat der Scrum Alliance ist zwei Jahre gültig. Zur Verlängerung fallen 100 US-Dollar an, und es müssen 20 SEUs (Scrum Education Units) nachgewiesen werden – Punkte, die man durch Weiterbildung, Konferenzbesuche, Fachartikel oder ehrenamtliche Mitarbeit bei Scrum-Alliance-Events sammelt. Eine SEU entspricht dabei einer Stunde. Das PSM-Zertifikat von scrum.org läuft dagegen nicht ab. Weder Verlängerungsgebühr noch Weiterbildungsnachweis sind nötig.

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Die Prüfungen zum Scrum Master

Beide Prüfungen laufen online ab, sind Multiple Choice, auf Englisch und dauern 60 Minuten. Der Unterschied liegt in Umfang und Anspruch.

Die CSM-Prüfung der Scrum Alliance umfasst 50 Fragen, zum Bestehen sind 74 Prozent richtige Antworten nötig. Weil das Pflichttraining gezielt darauf vorbereitet, ist die Durchfallquote gering.

Die PSM-I-Prüfung von scrum.org hat 80 Fragen in derselben Zeit, und die Bestehensgrenze liegt bei 85 Prozent. Mehr Fragen, weniger Zeit pro Frage, höhere Hürde: Der PSM I gilt im direkten Vergleich als die anspruchsvollere Prüfung. Machbar ist sie trotzdem – mit solider Vorbereitung.

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Welches Scrum Zertifikat ist besser?

Beide Scrum Master Zertifikate sind gleichermaßen bekannt und weltweit anerkannt. Man kann also keine der beiden Organisationen pauschal als „besser“ bezeichnen. Beide verdienen ihr Geld letztlich mit Zertifizierungen und Lizenzgebühren. Scrum.org profitiert von einem anspruchsvolleren Test und der damit verbundenen Durchfallquote, die Scrum Alliance verdient am Lizenzgeschäft und dem regelmäßigen Verlängerungszwang der Zertifikate.‍

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Scrum Master Zertifizierungen im Vergleich
Kriteriumscrum.org (PSM I)Scrum Alliance (CSM)
Training verpflichtendNeinJa
Prüfungsgebühr200 US-Dollarim Trainingspreis enthalten
Trainingskosten1.200–1.600 €1.200–2.000 €
Prüfungsformat80 Fragen, 60 Minuten50 Fragen, 60 Minuten
Bestehensgrenze85 %74 %
Gültigkeitunbegrenzt2 Jahre
Verlängerungentfällt100 US-Dollar + 20 SEUs

Preise und Konditionen ändern sich. Stand: September 2026. Aktuelle Angaben bitte beim jeweiligen Anbieter prüfen.

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Für wen eignet sich welcher Weg?

Beide Zertifikate sind international anerkannt, beide basieren auf demselben Scrum Guide. Die Entscheidung hängt weniger von der Qualität ab als von deiner Ausgangslage.

scrum.org (PSM I) passt zu dir, wenn du selbstständig lernst, dein Budget begrenzt ist oder du dir den Zeitpunkt der Prüfung offenhalten willst. Das Zertifikat läuft nie ab, es entstehen keine Folgekosten.

Scrum Alliance (CSM) passt zu dir, wenn du wenig Vorerfahrung mit Scrum hast und vom strukturierten Training mit Gruppenübungen und Trainerfeedback profitierst. Das Pflichttraining zwingt dazu, sich zwei Tage intensiv mit der Materie zu beschäftigen. Dafür musst du alle zwei Jahre verlängern.

Unsere Erfahrung aus über 1.000 Workshops: Der Unterschied im Lernerfolg entsteht nicht durch das Logo auf dem Zertifikat, sondern durch die Qualität des Trainings und dadurch, ob du das Gelernte danach anwendest.

Zur Transparenz: Wir bilden selbst nach dem Standard von scrum.org aus. Die Einschätzung oben soll trotzdem beide Wege fair abbilden – wer besser zum CSM passt, ist dort besser aufgehoben.

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Fazit

Die in diesem Beitrag beschriebenen Rahmenbedingungen lassen sich auch auf die Product Owner Zertifizierung anwenden. Es gibt lediglich einen Unterschied: Bei der Scrum Alliance steht am Ende des Workshops zum Product Owner keine Prüfung. Die Teilnehmer bestehen allein durch ihre körperliche Anwesenheit.‍

Und dieser Umstand ist eine Steilvorlage für mein Resümee: Ein Zertifikat, das einem Teilnehmer nach zwei Tagen einen Titel verleiht, ist nur bedingt aussagekräftig – ob mit oder ohne Prüfung. Ein Scrum Master Zertifikat beweist lediglich, dass die theoretischen Grundlagen des Frameworks bekannt und verstanden sind.‍

Die Qualität eines Scrum Masters lässt sich daher am ehesten mit der praktischen Erfahrung messen und nicht anhand der Anzahl der Zertifikate.

Auf geht’s also, in die Scrum Praxis, jenseits des Scrum Guide.

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