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LEGO® SERIOUS PLAY® in der Praxis: Der LSP-Workshop in 5 Schritten

In dieser Artikelreihe geht es um die Spielzeugkiste im Businesskontext: LEGO® SERIOUS PLAY®! Hier möchte ich die Methode für dich aufschlüsseln und dir praxisnah die fünf Bestandteile eines LEGO® SERIOUS PLAY®-Workshops aufzeigen. Let’s Play!

David Hillmer

20.7.2021

LEGO® SERIOUS PLAY® hilft dabei, komplexe Herausforderungen anzugehen und theoretische Gedankengänge zu visualisieren. LEGO® ist dabei das Medium, LEGO® SERIOUS PLAY® der Prozess. Und der läuft immer gleich ab. Die Teilnehmer eines Workshops erhalten eine zentrale Aufgabe und bearbeiten diese, indem sie die Antwort darauf mit LEGO® bauen. Nachdem das Modell gebaut ist, wird es mit den anderen Teilnehmer:innen geteilt und zum Schluss reflektiert, um auf wichtige Bestandteile einzugehen. Dieser Zyklus wiederholt sich bei jedem der 5 Schritte.

Schritt 1: Lego Serious Play - Skill Building

Das Skill Building steht am Anfang eines jeden Workshops und lässt sich in drei Abschnitte einteilen: »Warm-up«, »Denken in Metaphern« und »Storytelling«. Jeder dieser Abschnitte hat zwar einen anderen Fokus, aber alle unterstützen die Teilnehmer:innen dabei, mit sich und dem Material warm zu werden und einen Einstieg in die Methode zu finden.

Das Warm-up dient dazu, die Teilnehmer:innen mit dem Material vertraut zu machen und deren technische Fähigkeiten zu synchronisieren und auszubauen. Einige Teilnehmer:innen werden routiniert sein im Umgang mit den Bricks, vielleicht durch ihre eigenen Kinder, die gerade im »Lego-Alter« sind. Du wirst aber auch auf Teilnehmer stoßen, die LEGO® lange nicht mehr oder sogar noch nie in der Hand hatten. Die erste Aufgabe für die Teilnehmer:innen beim Warm-up sollte daher immer sehr simpel sein. Die Teilnehmer:innen sollten nicht nachdenken müssen, sondern einfach drauflos bauen können.
“Baue eine Brücke” ist eine hervorragende Aufgabe für das Warm-up. Simpel genug, um einfach drauflos zu bauen und sich aufzuwärmen.
Denken in Metaphern ist ein wichtiges Prinzip von LEGO® SERIOUS PLAY®. Mit Hilfe der Bricks werden unendlich komplexe Themen extrem simplifiziert und dadurch greifbar und handhabbar. Das üben die Teilnehmer:innen im zweiten Skill Building zum Beispiel mit der Aufgabe “Baue aus 10 Teilen deiner Brücke ein Modell der Unternehmenskultur”. Klingt unrealistisch, klappt aber erstaunlich gut. Die starke Einschränk zwingt die Teilnehmer:innen dazu, sich auf das wesentliche zu beschränken. Das Räumt die eigenen Gedanken auf und bringt die Kernaussage in das Gedankenmodell.
Den Abschluss des Skill Buildings macht das Storytelling. Die Bedeutung der einzelnen Modelle sind ohne deren Erläuterung nicht erkennbar. Es ist also für die Teilnehmer:innen wichtig zu lernen, die Geschichte ihres Modells zu erzählen.

Schritt 2: Lego Serious Play Einzelbaustufe

Die Workshop-Teilnehmer:innen bauen in dieser Phase ihre persönliche Antwort auf eine zentrale Aufgabenstellung. Eine mögliche Formulierung wäre: “Baue ein Modell davon, wie wir der attraktivste Arbeitgeber werden können”. Dabei baut jede:r Teilnehmer:in individuell und für sich. Als Ergebnis erhalten wir eine Vielzahl an Ideen und Konzepten, die anhand der Modelle im Team geteilt werden.
Besonders wichtig ist, dass jede:r Teilnehmer:in jedes Modell versteht. Frag also ruhig mal nach, falls du ein Element eines Modells nicht richtig verstehst. Eine Reflexion am Ende hilft allen Beteiligten schließlich dabei, die einzelnen Aspekte und Aussagen der Modelle weiter zu vertiefen. Das gemeinsame Verständnis ermöglicht den nächsten Schritt in dem die Einzelmodelle zu einem großen Model werden.

Schritt 3: Das Lego Serious Play Gruppenmodell

Nachdem alle Teilnehmer:innen ihre Interpretation der Aufgabe in Form von Gedankenmodellen gebaut haben, geht es im nächsten Schritt darum, ein gemeinsames Verständnis der zentralen Fragestellung aufzubauen. Dazu werden die Konzepte, Ideen und Elemente aus den vielen Einzelmodellen auf eine große LEGO®-Platte übertragen. Alle beteiligen sich an diesem Umbau und können die verschiedenen Bestandteile der Einzelelemente herausnehmen und zu dem größeren System hinzufügen.
Die emotionale Bindung zu den Einzelmodellen sorgt dafür, dass alle Teilnehmer:innen involviert sind, mitreden und gemeinsam Entscheidungen getroffen werden, die am Ende in einem Gruppenmodell mit hoher Aussagekraft münden.

Schritt 4: Systembaustufe

Im letzten Schritt des Lego Serious Play- Prozesses wird das Gruppenmodell um externe Einflussfaktoren ergänzt. Diese Einflussfaktoren könnten zum Beispiel Maßnahmen der Teilnehmer:innen sein, um das LSP-Gruppenmodell in die Realität umzusetzen. Diese Maßnahmen werden zuerst wieder individuell mit Lego gebaut, um im Anschluss mit Hilfe von Verbindern zu visualisieren, an welcher Stelle Abhängigkeiten und Zusammenhänge zum Gruppenmodell bestehen. Das Lego-Modell wird dadurch wesentlich größer und komplexer und hat keinerlei Aussagekraft ohne eine entsprechende Erklärung (was Datenschützer sicher freut :)).
Um am Ende zu entscheiden, welche der vielen Elemente des Modells am wichtigsten sind, bietet sich eine Priorisierung mit Hilfe von LEGO®-Säulen an (“Stick-Voting”). Jede:r Teilnehmer:in erhält drei rote Säulen und platziert diese an den wichtigsten Stellen. Zwei Säulen an der selben Stelle werden in die Höhe gebaut und die höchsten Türme weisen auf die wichtigsten Aspekte hin.

Schritt 5: Der Abschluss im Lego Serious Play-Workshop

Nach dem “Stick-Voting” bleibt am Ende nur noch die Frage: “Und jetzt?” Wie in jedem anderen Workshop gehört auch zu Lego Serious Play eine anständige Dokumentation und der Transfer in die Praxis. Als Dokumentation bieten sich einerseits Fotos an, die im Anschluss in Form einer Präsentation noch textlich erläutert werden können oder die Videodokumentation: Drehbuch besprechen, Smartphone raus und los geht’s. Eure Kolleg:innen freuen sich über Bewegtbild.
Für den Transfer in die Praxis eignen sich unterschiedliche Formate um das Ziel zu erreichen: Die Erkenntnisse aus dem LEGO® SERIOUS PLAY®-Workshop mit in die Praxis zu nehmen. Ich empfehle, beim “Stick-Voting” zu jeder Säule ein beschreibendes Post-it zu schreiben. Die Post-its werden dann im Nachgang sortiert und priorisiert, um schließlich konkrete Aufgaben abzuleiten.

Du willst mehr darüber erfahren, wie du mit Hilfe von LEGO® SERIOUS PLAY® dein Business nach vorne spielst und große Herausforderungen mit Hilfe von kleinen Steinen spielerisch löst? Dann schau dir das Buch “PLAY! Der unverzichtbare LEGO® SERIOUS PLAY® Praxis-Guide” an. Hier erfährst du alles über die Methode und wie du sie in deiner Praxis anwendest - auch online.

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David Hillmer

20.7.2021