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LEGO® SERIOUS PLAY® in der Praxis: Design Thinking und LSP kombinieren

In dieser Artikelreihe geht es um die Spielzeugkiste im Businesskontext: LEGO® SERIOUS PLAY®! Unkonventionell sind dabei nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem der Weg dahin. So kreativ LEGO® SERIOUS PLAY® ist, unterscheidet es sich die Herangehensweise jedoch stark von anderen agilen Techniken wie Design Thinking. Wie man Lego trotzdem mit Design Thinking kombinieren kann, zeige ich dir in diesem Beitrag. Let’s Play!

David Hillmer

24.8.2021

In den ersten beiden Beiträgen dieser Reihe “In 5 Schritten mit der Methode starten” und “Team-Building im Home Office mit LSP-Online” hast du ein gutes Gefühl für die Kreativität und die Aussagekraft von Lego im LEGO® SERIOUS PLAY® Umfeld bekommen. Wer jetzt denkt, LSP und Design Thinking würden eine gute Ehe eingehen, der liegt leider falsch.

LEGO® SERIOUS PLAY® funktioniert am besten, wenn ein kompliziertes Umfeld durchdrungen werden muss. Beispielsweise eine neue Strategie für das Sales-Team. Ziel und Einflussfaktoren sind bekannt und es muss gemeinsam eine neue Strategie erarbeitet werden. Im Vergleich dazu ist Design Thinking im komplexen Umfeld besonders stark. Es existiert eine grobe Vorstellung eines Problems, diese muss aber (im Rahmen von Design Thinking) erst validiert werden. Anschließend der bekannte Kern-Teil von Design Thinking: Die kreative “Ideate”-Phase, das “Prototyping” und das “Testing” - bevor man wieder zum “Standpunkt definieren” zurückkommt, versteht und beobachtet. So viel zur Theorie. LEGO® SERIOUS PLAY® wird also nicht im Design Thinking angewandt. Die Bricks können unabhängig von der Methode trotzdem im Design Thinking auftauchen! In der Praxis sieht das so aus:

Ideate mit Lego Serious Play

Wir machen in unseren Trainings gerne folgende Übung. Zwei Gruppen “spielen” gegeneinander und müssen dem Trainer innerhalb von 10 Minuten möglichst viele Geschäftsideen rund ums Fahrrad pitchen. Der Trainer kann Ideen ablehnen, wenn sie schon existieren oder ihnen Hand und Fuß fehlen. Die Teilnehmer dürfen das gesamte Material des LEGO® SERIOUS PLAY® Workshops benutzen. Da das Ziel quantitativ ist, fangen die Teilnehmer automatisch nicht an Modelle zu bauen. Sie konzentrieren sich stattdessen auf Metaphern. Typischerweise erreicht man einen Durchschnitt von bis zu 1,4 Ideen pro Minute pro Person.

Durch den Zeitdruck wird das Hand-Hirn-Prinzip hier sehr deutlich. Die Teilnehmer greifen irgendwann einfach nach dem nächstbesten Brick, Connector oder Gegenstand, lassen sich von Form und Farbe inspirieren und pitchen, was ihnen dazu in den Sinn kommt.

Lego ist insofern ein mächtiges Produkt für die Ideate-Phase. Dabei gilt: Je größer die Vielfalt an Lego-Teilen, desto mehr diverse Anknüpfungspunkte hat das kreative Hirn, desto leichter fällt das Finden von Metaphern.

Prototyping mit Lego Serious Play

Prototypen bauen ist mit Lego absolut möglich! Nur nicht mit LEGO® SERIOUS PLAY®. LSP ist explizit NICHT dazu gedacht, äußere Umstände nachzubauen. Mit LEGO® SERIOUS PLAY® wird die Metaebene abgebildet. Natürlich kann man jedoch völlig unabhängig von LSP ein Modell seines Prototypen mit Lego-Steinen bauen.

Vom Bauplan für das Büro von morgen bis zum Autositz mit Massagefunktion. Dass den Darstellungsmöglichkeiten von Lego keine Grenzen gesetzt sind, zeigt alleine Legoland. Auch hier kann man in Metaphern denken, das alleine ist aber nicht LEGO® SERIOUS PLAY® und sollte auch nicht für solches gehalten werden.

Testing mit Lego Serious Play

Hier ist eine klare Parallele zwischen den beiden Methoden zu erkennen: Das Storytelling anhand eines Modells. Auch im Design Thinking möchte man möglichst ein Modell bauen, das die potentiellen Kunden anschauen, möglicherweise sogar anfassen und ausprobieren können. Anfassen und Ausprobieren darf man im LEGO® SERIOUS PLAY® in der Regel nicht, der Respekt vor den Modellen geht hier vor. Das Anschauen, das Modell als Medium fürs Storytelling der Idee, das ist LSP und Design Thinking gemein.

Der Vorteil eines Modells ist nicht nur die Anschaulichkeit. Ein Modell schafft außerdem eine gewisse Distanz zwischen Idee und Prototyp. Wenn der Prototyp kritisiert wird, ist das nicht gleichzeitig grundlegende Kritik an der Idee. Diese Distanz hilft dabei, sachlich zu diskutieren.

Du willst mehr darüber erfahren, wie du mit Hilfe von LEGO® SERIOUS PLAY® dein Business nach vorne spielst und große Herausforderungen mit Hilfe von kleinen Steinen spielerisch löst? Dann schau dir das Buch “PLAY! Der unverzichtbare LEGO® SERIOUS PLAY® Praxis-Guide” an. Hier erfährst du alles über die Methode und wie du sie in deiner Praxis anwendest - auch Online.

Mehr über das Buch auf: www.helloagile.de/play
David Hillmer

24.8.2021